Der Bund ruft den Notstand aus

Aufgrund der rasanten Verbreitung des Virus hat der Bund die Situation in der Schweiz als «ausserordentliche Lage» eingestuft.

Die bestehenden Massnahmen wurden verschärft. Damit will der Bundesrat die Verbreitung des neuen Coronavirus eindämmen, besonders gefährdete Personen schützen und die Versorgung der Bevölkerung mit Pflege und Heilmitteln sicherstellen.

Die Erlassene Verordnung verbietet (bis auf wenige restriktive Ausnahmen) Vereinstätigkeiten bis zum 19. April 2020.

Der Botschaft des Bundesrates war klar «Abstand kann Leben retten». Wir rufen alle dazu auf, den Appell des Bundesrates ernst zu nehmen und die Massnahmen per sofort strikt einzuhalten.

Damit verbunden bitten wir nachdrücklich die islamischen Zentren bis auf Weiteres zu schliessen.

Wir ermutigen unsere Mitgliedsorganisationen ihre Aktivitäten in alternativen Formen (bspw. Online) weiterzuführen um für die Gläubigen weiterhin ein Anker zu sein.

Weiter empfehlen wir mit Schutzbedürftigen Menschen aktiv in Kontakt zu treten und unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln Hilfsdienste anzubieten.

Wir sind uns bewusst, dass die Schliessung der Räumlichkeiten eine harte Massnahme ist. Ausserordentliche Zeiten benötigen ausserordentliche Massnahmen. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe Leben zu schützen und den Bedürftigen solidarisch und helfend beizustehen.

Hiermit möchten wir uns bei allen Mitgliedsorganisationen für Ihre konstruktive Kooperation ab der 1. Stunde dieser Pandemie bedanken.

Weitere, offizielle Informationen des Bundesrates im Zusammenhang mit der «ausserordentlichen Lage» und den verschärften Massnahmen entnehmen Sie bitte direkt den Ausführungen des Bundesrates unter: https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen/bundesrat.msg-id-78454.html

Weitere Empfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus im Kontext der Moscheen in Basel

Aufgrund der aktuellen Situation mit dem SARS-COV-2 („Coronavirus“) finden Sie anschliessend die aktuellen Empfehlungen (Punkt 1-3) per 14.03.2020. Aufgrund der dynamischen Situation und einem rasch änderndem Entscheidungsprozess ist von regelmässigen Änderungen und Anpassungen auszugehen.

Wir ersuchen Euch die aktuellen Informationen über das BAG zu beziehen.

1. Hygiene

  • a. Bei Symptomen eines grippalen Infektes (wie Husten oder Fieber) oder bei allgemeinem Krankheitsgefühl empfehlen wir ein Betretungsverbot für Moscheen.
  • b. Jeglicher physische Kontakt (wie das Schütteln von Händen, Umarmen oder Körperkontakt) in der Moschee ist untersagt.
  • c. Die Waschräume und Gebetsräume sind sauber zu halten. Wir empfehlen das Benützen von Einmalpapiertüchern in den Waschräumen. Die rituelle Waschung sollte in der häuslichen Umgebung erfolgen. Unmittelbar nach Betreten oder Verlassen der Moschee sind die Hände mittels Seife zu waschen.
  • d. Da das Virus über mehrere Stunden bis Tage [1] auf diversen Oberflächen (wie etwa Gebetsketten) persistiert, sollten solche lose Gegenstände entfernt werden.
  • e. Den Empfehlungen des BAG ist weiterhin uneingeschränkt Folge zu leisten.

2. Versammlungen

  • a. Die Länge der rituellen Gebete sollte auf das Minimum reduziert werden. Ein Aufenthalt in der Moschee über die rituellen Gebete hinaus wird nicht empfohlen.
  • b. Moscheeaktivitäten wie Unterrichte, Seminare und Veranstaltungen in den Moscheeräumlichkeiten sind bis auf weiteres zu pausieren.
  • c. Die Freitagsgebete sind bis auf weiteres weiterhin auszusetzen.
  • d. Die regulären gemeinschaftlichen Pflichtgebete sollten ebenfalls bis auf weiteres ausgesetzt werden, da ein Mindestabstand von 1 Meter (striktes Verbot von Körperkontakt sowie Verhinderung von Ansteckungen bei Husten oder Niessen) nicht sinnvoll umzusetzen ist [2]. Bei einer maximal möglichen Anzahl von 100 Personen unter Einhaltung des Mindestabstands von 1 Meter wäre die Durchführung von dem regulären gemeinschaftlichen Pflichtgebet theoretisch möglich, wir empfehlen jedoch die gemeinschaftlichen Pflichtgebete zur Verhinderung von einer Ausbreitung in der muslimischen Community nicht abzuhalten.
    Die Pflichtgebete sollten in der häuslichen Umgebung abgehalten werden.
  • e. Die Moscheen können offen bleiben zur Verrichtung von religiösen, individuellen Einzelritualen unter Einhaltung der Punkte aus 1 (Hygiene).

3. Muslimische Gemeinschaft

  • a. Wir ermutigen die rituellen Gebete in der häuslichen Umgebung zu praktizieren, insbesondere ab einem Alter von 65 Jahren oder bei Vorerkrankungen (insbesondere Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, geschwächtes Immunsystem oder Tumorleiden).
  • b. Wir empfehlen der Gruppe unter 3a vermehrt den Aufenthalt in der häuslichen Umgebung wahrzunehmen. Siehe Empfehlungen des BAG [3].
  • c. Wir rufen die muslimische Community auf, die Gruppen unter 3a zu unterstützen. Dies umfasst unter anderem die Übernahme von Einkäufen (unter Wahrung der Hygienemassnahmen wie etwa Kontaktvermeidung bei Übergabe von Einkäufen).
  • d. Der Kontakt von Kindern mit der Gruppe unter 3a sollte vermieden werden.
  • e. Die Reduktion von sozialen Kontakten, Wahrung von Distanz und die Vermeidung von Veranstaltungen und Ansammlungen sollten von allen Muslim:innen praktiziert werden, um das Risiko von Übertragungen zu reduzieren

[1] https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov.html

[2] https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/advice-for-public

[3] https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.09.20033217v1.full.pdf

Massnahmen gegen das Coronavirus werden verschärft

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. März 2020 die Massnahmen gegen das Coronavirus verschärft.

  • Ab sofort und bis Ende April sind Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen verboten.
  • In Restaurants, Bars und Diskotheken dürfen sich maximal 50 Personen aufhalten.
  • Die anwesenden Personen müssen die Empfehlungen des BAG zur Hygiene und zum Abstand halten einhalten können.
  • An den Schulen darf bis am 4. April vor Ort kein Unterricht stattfinden.
  • Die Einreise aus Italien wird weiter eingeschränkt.
  • Der Bundesrat stellt zudem bis zu 10 Milliarden Franken als Soforthilfe zur Verfügung um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie rasch und unbürokratisch abzufedern.

Weitere Infos

Hinweise zum Umgang mit dem Coronavirus im Kontext der Moscheen in Basel

Der Bund als auch die beiden Basler Kantone haben Sicherheitsmassnahmen beschlossen um die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Als Bürger dieses Landes sind wir für die Umsetzung der Massnahmen mitverantwortlich. Die Basler Muslim Kommission unterstützt die Anweisungen der Behörden zum Schutz der Bevölkerung. Die Basler Kantone haben (mindestens bis zum 15. März 2020) folgende verpflichtende Massnahmen für Veranstaltungen beschlossen:

Veranstaltungen mit weniger als 200 Personen

Die Risikoabwägung über die Durchführung der Veranstaltung liegt beim Veranstalter. Es gelten die Verhaltensregeln des Bundesamtes für Gesundheit.

Veranstaltungen mit Teilnehmenden zwischen 200 und 1‘000 Personen

Es wird eine vorgängige Genehmigung durch das Gesundheitsdepartement (Basel-Stadt) oder dem kantonalen Krisenstab (Basel-Landschaft) benötigt.
Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt führt eine Risikoabwägung anhand folgender epidemiologischer Kriterien durch:

  • Erwartete Anzahl der Teilnehmenden
  • Charakter der Veranstaltung
  • räumliche Verhältnisse (geschlossener oder offener Raum)
  • Erwarteter Teilnehmerkreis, insbesondere ob Personen aus Risikogruppen anwesend sind
  • Gästeliste der Teilnehmenden vorhanden? (wegen der Ermittelbarkeit der Teilnehmenden)
  • Vorhandene Hygienemassnahmen

Der kantonale Krisenstab Basel-Landschaft führt eine Risikoabwägung anhand folgender epidemiologischer Kriterien durch:

  • Kontaktnähe (1 bis 2 Meter Abstand)
  • Hygienemassnahmen vor Ort
  • Begrenzung der Teilnehmerzahl
  • Rückverfolgbarkeit von Teilnehmenden
  • Zusammensetzung des Publikums hinsichtlich Risikogruppen

Kontakte für Veranstaltungsanfragen

Anfragen zur Durchführbarkeit von Veranstaltungen können an folgende Adressen gestellt werden:

Basel-Stadt:
– Anfragen per E-Mail an: md@bs.ch
Gesuchsformular für Veranstaltungen
Gesundheitsdepartement: Tel. 061 267 90 00

Basel-Landschaft:
Kantonaler Krisenstab: Tel. 0800 800 112
Gesuchsformular für Veranstaltungen

Veranstaltungen mit Teilnehmenden über 1‘000 Personen

Solche Veranstaltungen sind gemäss den Vorgaben des Bundesrates untersagt.

Das Freitagsgebet

Nach Abklärungen mit dem Gesundheitsdepartement Basel-Stadt und dem kantonalen Krisenstab BL werden Freitagsgebete mit einer Besucheranzahl von über 200 Personen nicht bewilligt.

Falls eine Moschee, die Einhaltung der maximalen Besucheranzahl von 200 Personen nicht garantieren kann, ist das Freitagsgebet rechtlich gesehen nicht zulässig und abzusagen.

Epidemieforscher warnen vor der Unterschätzung des Coronavirus. Wir haben es mit einem hochansteckenden Virus zu tun, dass sich rasant verbreitet und eine weitaus höhere Sterberate als die übliche Grippe vorweist. Ältere Menschen ab 65 Jahren sind besonders gefährdet.

Das Freitagsgebet ist Pflicht. Zur Wahrung der Sicherheit und Gesundheit der Menschen kann aus islamischer Sicht eine Aufhebung dieser Pflicht gerechtfertigt sein. Es liegt in der Eigenverantwortung der Moscheevorstände sowohl gegenüber ihrer Gemeinschaft als auch gegenüber der Bevölkerung das Virus ernst zu nehmen und das Risiko entsprechend abzuwägen.

Medizinisch betrachtet wird die Ausführung des Freitagsgebets bis zum 15. März 2020 nicht empfohlen.

Wenn das Freitagsgebet trotz der «besonderen Lage» gemäss Epidemiegesetz durchgeführt werden soll, sind folgende Schutzmassnahmen einzuhalten:

Zwingend:

  • Beschränkung auf maximal 150 Personen (Bei engen Räumen ist die Anzahl einzuschränken)
  • Strenge Aufsichtsmassnahmen, um die maximale Besucheranzahl einzuhalten
  • Zurverfügungstellung von Händedesinfektionsmittel
  • Es gelten die Verhaltensregeln des Bundesamts für Gesundheit

Empfehlenswert:

  • Identifikation der Teilnehmer auf einer Liste, damit die Teilnehmer im Fall der Fälle kontaktiert werden können
  • Kurz halten der Freitagspredigt
  • Mundschutzmasken zur Verfügung stellen

Die BMK appelliert an die Eigenverantwortung der jeweiligen Moscheevorstände alles Nötige zu unternehmen, um eine weitere Ausbreitung des Virus vorzubeugen.

Weitere Empfehlungen der BMK

  • Ausdrucken und Aufhängen des offiziellen und aktuellen Plakates «SO SCHÜTZEN WIR UNS» vom Bundesamt für Gesundheit
  • Personen die krank sind oder sich krank fühlen, sollen aufgefordert werden die Moschee nicht aufzusuchen
  • Aktive Information der Besucher über allgemeine Schutzmassnahmen

Download Plakat „SO SCHÜTZEN WIR UNS“

Weiterführende Links zur aktuellen Lage